Freitag, 24. März 2006
Neidisch?
Gerade ist mir wieder das Titelblatt einer Boulevardzeitung in's Auge gesprungen. "Bankchef legt Gehalt offen". Einen solchen Lottogewinn würde wohl kaum jemand ausschlagen, aber als Jahresgehalt macht sich dieses Sümmchen von knapp 12 Millionen Euro gar nicht mal so schlecht auf dem Girokonto. Diese Schlagzeile hat mich auf folgende Rechnung gebracht:

Von den 11,9 Mio bleiben nach Steuern (und ein paar Sozialabgaben, die hier kaum ins Gewicht fallen, da sie nur für die ersten 70000 Euro erhoben werden) jährlich 6 Mio Euro netto. Das macht 500000 Euro im Monat.

Ein "durchschnittlicher" Angestellter (ledig, ohne Kind) in München dürfte so etwa 50000 Euro/Jahr verdienen. Abzüglich Steuern (ca. 25%) und Sozialabgaben (ca. 20%) bleiben ihm etwa 2300 Euro monatlich.

Für seine günstige 2-Zimmer-Wohnung zahlt der Angestellte in München etwa 500 Euro Nettomiete, also etwa 20% seines Netto-Einkommens.

Wenn Herr A. monatlich prozentual ebensoviel für eine Wohnung ("kalt") ausgeben möchte, müsste er etwa 100000 Euro zahlen. Bankchef A. kann sich mit dieser Summe alle 2 Monate drei Wohnungen des "normalen" Angestellten kaufen...

Herr A. hat 2005 18% mehr erhalten als 2004. Umgerechnet sind das für 2005 sechs "Angestelltenwohnungen" mehr!

PS: Oben "gelinkter" Artikel erwähnt auch, dass einige Angestellte dieser Bank ein deutlich höheres Einkommen beziehen als der Vorstandsvorsitzende.

... comment

 
Zur "Neiddebatte"
Kommentar von Marc Beise (Süddeutsche Zeitung).

... link  

 
"Neid" im Sinne von "hätte ich auch gerne"? Dann bin ich neidisch. Ansonsten: lass sie doch, wenn die Deutsche Bank soviel Geld hat...

... link  


... comment
 
so alle paar jahre würden sich einige gezielte enteignungen für den staat und die einkommensumverteilung stark rentieren. *g*

... link  


... comment